Schau der Natur ins Auge ⋆ Backpacker79
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Schau der Natur ins Auge

Viele Menschen gehen auf eine Reise, um den Alltag mit all seinen Problemen hinter sich zu lassen. Meine Erfahrung sagt mir, dass dies nur bedingt funktioniert, denn Probleme reisen oft als Anhalter in meinem Kopf mit. In diesem Fall gibt es nur eine Lösung: Schau der Natur ins Auge!

Schau der Natur ins Auge

big brown bear stares at his observer with deep eye contact

Blickt man dieser Tage in ein Bücherregal, so ist es fast schon die Regel dass man darin auch einen Ratgeber findet, der sich mit dem Thema Glück beschäftigt. Was ist Glück eigentlich und wie finde ich es?

Inzwischen sind viele auf den Trichter gekommen, dass Glück weniger etwas mit materiellen Dingen zu tun hat. So weit, so gut. Doch auch mit dieser Erkenntnis fällt es vielen ausgesprochen schwer, den Weg zu ihrem Glück zu finden.

Was schreibe ich hier überhaupt zum Thema Glück? Das ist doch ein Reiseblog!?

Ich habe die Erfahrung gemacht dass viele Menschen das Reisen als etwas sehen, das sie wegbringt von Ihren Problemen. In der Tat kann ein neues Umfeld, einschließlich den dort gemachten Erfahrungen und Erlebnissen vieles ändern im Leben. Denn Reisen liefert immer neue Impulse, lässt uns alte Gewohnheiten aus einer anderen Perspektive betrachten. Es fördert noch viel mehr, wofür hier jetzt aber kein Platz ist.

Eines kann Reisen aber ganz sicher nicht:

Probleme lösen, die man immer mit sich trägt. Denn egal wo man sich aufhält, sie werden als Anhalter immer mit dabei sein. Denn sie ändern sich nicht unbedingt, nur weil du ab nächster Woche an einem Strand der Elfenbeinküste im Sand sitzt und Kokosnuss isst.

Es gibt aber etwas, das sich mit dem Reisen sehr gut kombinieren lässt und die jeweiligen positiven Elemente noch verstärkt:

Der Natur ins Auge schauen.

Damit ist nicht der der großzügige Garten hinterm Haus gemeint. Auch nicht der Stadtpark, das Freibad am Waldrand oder sonstige Orte zur „Erholung“. Es geht mir um echte Natur, unerschlossen und ohne jegliche Infrastruktur. Natur, die nur zu erleben ist, wenn man die sog. Komfortzone verlässt. Doch dazu später mehr.

Was konkret bringt mir der Aufenthalt in der Natur?

Befreiung von Zwängen

Doi Suthep Chiang Mai Buddha Thailand

Der Zwang, etwas bestimmtes in seinem Leben tun zu müssen, kommt durch eine in uns manifestierte Erwartungshaltung. Diese haben andere oder wir selbst, mal stärker, mal schwächer.

Von sozial bis hin zu materiell orientierten Erwartungen, sie beeinflussen unsere Entscheidungen und somit unser Leben. Das ist nicht prinzipiell schlecht, denn es spornt uns auch an, dieses oder jenes zu erreichen. Zum Beispiel mit 60 Jahren ein eigenes Grundstück / Haus zu besitzen, ist sicherlich keine schlechte Sache.

Doch manchmal ist es gut, eine Erwartungshaltung in Frage zu stellen.

Das geht am besten dort, wo die Quelle der Zwänge weit weg ist: Fernab von Zivilisation.

Der Aufenthalt in der Natur birgt eine reinigende, natürliche Erschöpfung und fördert die Konzentration auf das, was wir jetzt gerade im Augenblick tun. Zum Beispiel bei einer Wanderung in alpinem Gebiet, wie man den einen Fuß am besten auf den nächsten Stein setzt.

Das macht den Kopf frei um anschließend, etwa am Abend einer langen Tagestour, eine klarere Sicht zu haben: Auf dein Leben, deine Ziele und den Weg, den du im Leben gehst. Damit einhergehend eben auch über Zwänge, die du vielleicht bereits als naturgegebene Spielregeln verinnerlicht hast.

Natur vereinfacht alles!

Sie ermöglicht es dir, deinen Pfad im Leben ohne Ablenkung durch Verkehr, Medien, Chef, Freunde, Eltern, Computer oder Telefon sowie ohne Rücksicht auf Zwänge und Erwartungshaltung neu zu bewerten.

Verlassen der Komfortzone

Sleeping Bear Dunes Trail sign

Die Komfortzone ist der Bereich, in dem du ohne große Anstrengung agierst. Der Aufenthalt in der Komfortzone hat etwas mit Bequemlichkeit, aber auch mit Gewohnheit zu tun. Er wird meist als angenehm empfunden – denn er verlangt uns nicht besonders viel ab. Die Komfortzone gibt uns darüber hinaus die Möglichkeit, mit den nicht so angenehmen Fakten unseres Lebens ganz gut klar zu kommen.

Das Agieren innerhalb der Komfortzone um Dinge zu ändern, kommt in etwa dem Versuch gleich, ein brennendes Haus mit einem Schwamm zu löschen: Anstatt das Rauchen aufzuhören, wird ein bisschen gesünder gegessen. Anstatt den ungeliebten Job zu kündigen, wird in der Freizeit etwas gemacht, dass den Stress im Job „ausgleicht“.

Wie auch? Wie kann man Entscheidungen treffen, die tatsächlich etwas im Leben bewirken, wenn man sich nicht selbst befreit von Routinen und Mechanismen, die meist der Grund sind für die oben genannten Beispiele?

Der erste Schritt kann sein, sich ein Ziel vorzunehmen, das außerhalb der alltäglichen Bequemlichkeiten und Standards liegt.

Eines, von dem man aktuell meint, es nicht leisten zu können. Körperliche Herausforderungen, die sich in der Natur abspielen, eignen sich dazu ganz gut. Eine Fahrradtour über die Alpen, eine mehrtägige Kayaktour oder für zwei Wochen durch den australischen Busch ziehen mit eigener Verpflegung und Übernachtungen mit Biwak-Charakter. Solche Aktionen bringen nebenbei auch organisatorische Herausforderungen mit sich, von denen man bisher evtl. noch wenig bis keine Ahnung hat, wie sie bewerkstelligt werden sollen.

Alpen Tour Bergsteiger Schau der Natur ins Auge

Der zweite Schritt ist dann die Vorbereitung, das Training, um das ganze auch tatsächlich umsetzen zu können.

Wer immer nur träumt und vor sich hin plant ohne Umsetzung wird sich vielleicht besser fühlen, aber letztendlich in seiner Komfortzone kleben bleiben.

Wertschätzung und Achtsamkeit

organic carrots sold at sarasota farmers market

Der Überfluss an Gütern und deren Verfügbarkeit macht uns ganz blind für diese doch so einfache Tatsache: Die bis zur Decke vollgestopften Supermarkt-Regale mit Produkten, die uns letztendlich nur die Natur schenken kann, fallen nicht vom Himmel.

Bereits nach 1-2 Tagen in der Natur ohne Zugang zu Infrastruktur wird dir sehr schnell klar, dass wir in unseren Städten in einer reinen Kunstwelt leben. Sogenannte „Kleinigkeiten“, wie z. B. Schokolade, Honig oder Nüsse, werden in deinem Verständnis zu dem, was sie eigentlich auch wirklich sind: Luxusprodukte.

Neben der Wertschätzung für vermeintlich selbstverständliches, steigert der Aufenthalt in der Wildnis auch unsere Achtsamkeit. Das künstliche Grundrauschen, das wir in der Zivilisation überhaupt nicht mehr bewusst wahrnehmen, ist plötzlich nicht mehr vorhanden.

Was aber ist mit Achtsamkeit eigentlich gemeint?

Achtsamkeit ist die Kunst, in der Gegenwart und in wachem Kontakt mit der Umgebung und sich selbst zu sein…Diese Haltung erlaubt uns, die Natur in Ruhe zu betrachten und der Wirkung, die sie auf uns hat, nachzuspüren… Je mehr wir die Natur auf uns wirken lassen, umso achtsamer werden wir. Aber je achtsamer wir uns in der Natur bewegen, umso differenzierter werden wir sie auch wahrnehmen

(Huppertz und Schatanek: Achtsamkeit in der Natur, Junfermann 2015)

Glück

Viele Menschen vertrauen auf eine bestimmte Substanz, um die eine oder andere Wirkung zu erzielen und um sich besser zu fühlen. Koffein, Nikotin, Alkohol, Zucker sind immer ganz vorne mit dabei. Doch es gibt bekanntermaßen zahlreiche weitere legale, illegale, pflanzliche und chemische Stoffe, die uns das Leben Erleichtern sollen und mit denen wir uns besser fühlen.

All das sind von Menschenhand geschaffene Konzentrate, die ein wahres Feuerwerk in unserem Körper auslösen, meistens in unserem Gehirn. Die Botenstofe Dopamin, Serotonin und Adrenalin spielen dabei eine tragende Rolle: Sie erzeugen Gelassenheit, Zufriedenheit, Konzentration und Glück – je nach Substanz und Dosierung bekommen wir das, was wir gerade meinen zu brauchen.

Wir sind es also gewohnt, diese Zustände auf Knopfdruck zu erzeugen. Wie praktisch! Das dumme daran ist, dass sich unser Körper schnell daran gewöhnt und Toleranzen aufbaut. Wir kommen bald zu dem Punkt, an dem das Koffein nur noch dazu benutzt wird, um uns normal zu fühlen. Jeder eingefleischte Kaffeetrinker kennt die gefühlte Unvollständigkeit, wenn er morgens mal auf seinen Schuss Koffein verzichten muss.

Begibt man sich in unberührte Natur in Kombination mit dem Verzicht auf diverse Alltags-Steroide, stellt man bald fest, das man sie eigentlich gar nicht braucht.

Die „Verstopfung“ unseres Gehirns lässt nach, die Reinheit der Wildnis bewirkt in Kombination mit körperlicher Verausgabung einen ganz und gar natürlichen Glücks-Coktail. Ohne Nebenwirkung, ohne den Aufbau von Toleranzen und ohne das Gefühl, das man dieses oder oder jenes einnehmen muss, um sich wohl zu fühlen.

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