GEO ARBITRAGE - Mit Reisen Geld sparen ✶ Backpacker 79
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Geo Arbitrage – Mit Reisen Geld sparen

Es ist wie in Stein gemeißelt: Reisen ist teuer. Reisen bedeutet Urlaub. Reisen ist etwas, dass mit Arbeit nichts zu tun hat. Insbesondere in Deutschland ist die Meinung sehr verbreitet, dass eine Verknüpfung von Strand, Sonne und Meer und täglicher Arbeit kaum zu machen ist.
Selbst wenn: Die Kosten sind einfach zu hoch. Richtig? Falsch!

Geo Arbitrage – Mit Reisen Geld sparen

Halong Bay, Vietnam
Halong Bay, Vietnam

Geo Arbitrage: Definition

Der Begriff beschreibt die Kluft zwischen dem Einkommen in einem Hochlohnland (z. B. Deutschland) und den niedrigen Lebenskosten in einem Niedriglohnland (z. B. Malaysia). Bei gleichem Lebensstandard kommt man in Malaysia mit weitaus weniger Ausgaben durch den Monat als in Deutschland. Das fängt bei der Miete an und hört beim Essen lange nicht auf.

Schafft man für sich selbst nun die Voraussetzungen, den hohen Lohn des Heimatlands dauerhaft auch in einem Niedriglohnland zu verdienen, bleibt eine Menge Geld übrig – das in Deutschland zum Großteil in teure Mietfläche geflossen wäre. So aber kann es bei entsprechender Disziplin gespart werden; oder für das vierfache an Gegenleistung im Reiseland ausgegeben werden, das bleibt jedem selbst überlassen.

Gründe für die Aktualität von Geo Arbitrage

Es ist seit jeher so, dass der Zugang zu Arbeit im wesentlichen von der Staatsangehörigkeit abhängig ist. Das lokale Einkommensniveau richtet sich demnach im Idealfall nach den lokalen Preisen und andersherum. Nun gibt es in den etwa letzten 10 Jahren einige Entwicklungen, die diesen Umstand für einige Berufsgruppen aushebelt:

Internet und Mobilfunk sind nahezu global verfügbar und erschwinglich

Transport und Reisekosten sind gefallen, insbesondere Flugpreise

Es besteht ein kontinuierlich steigender Bedarf an digitalen Dienstleistungen

Der Grad an Vernetzung über Grenzen hinweg ist enorm gestiegen und steigt weiter

Lebensunterhaltungskosten im Vergleich. Quelle: numbeo.com/cost-of-living
Lebensunterhaltungskosten im Vergleich. Quelle: numbeo.com/cost-of-living

Voraussetzungen zur Nutzung von Geo Arbitrage

Voraussetzungen die es braucht, um Geo Arbitrage tatsächlich für das langfristige Reisen nutzbar zu machen:
Selbstständigkeit, oder eine Festanstellung mit Ortsunabhängigkeit

Projekte, die keine dauerhafte persönliche Präsenz voraussetzen

Disziplin, in „Urlaubsatmosphäre“ regelmäßig und hart zu arbeiten

Niedrige oder keine Fixkosten im Heimatland

 

Aber das ist noch nicht alles. Wer Geo Arbitrage wirklich so nutzen möchte, dass er durch das Reisen unterm Strich mehr in der Kasse hat, sollte sich zusätzlich überlegen ob er dazu Bereit ist, auf hohen Komfort zu verzichten.

Außerdem sollte das Konsumverhalten auf den Prüfstand: wirklich notwendiges definieren und fortan auf „schöne Dinge“ zum Teil oder ganz verzichten. Im Idealfall investiert man auch Zeit, um ein zusätzliches, passives Einkommen zu ermöglichen.

Kosten des Lebensunterhalts. Quelle: Nomad List 2016
Kosten des Lebensunterhalts. Quelle: Nomad List 2016

Auf die Fixkosten kommt es an

Fangen wir mit dem letzten Punkt der Voraussetzungen an, den Fixkosten. Diese bestehen sowohl im Heimatland, wie auch im Gastland. Die drei größten Posten dabei sind – egal wo du auf der Welt bist – immer Miete, Verpflegung und Transport. In Asien ist es relativ einfach, hier den Ball flach zu halten. In westlichen Reiseländern wie USA oder Australien sieht das anders aus – hier ist Entbehrung und der Fokus aufs wesentliche nötig, um die Kosten unter deutsches Niveau zu senken.

Eine Alternative zum Hotelzimmer ist Couch-Surfing, wobei das sicherlich nicht für jeden etwas ist, der täglich in Ruhe arbeiten und Geld verdienen will. Für die Verpflegung rechne ich unabhängig vom Aufenthaltsort mit 200 Euro / Monat, dann kann i.d.R. nichts schief gehen. Für die Fortbewegung gilt natürlich: Um so länger du dich an einem Ort aufhältst, um so günstiger wird es.

Der goldene Weg: Über Jahre aufgebaute Kontakte, die man während dem Reisen geknüpft hat. So stehen einem nach einiger Zeit weltweit die Türen offen, oder man bekommt durch lokales Wissen schneller Zugang zu günstigen Langzeit-Mietobjekten im jeweiligen Land.

Empfehlenswert zum Thema Kosten ist das folgende Video von Tomislav Perko, aufgezeichnet beim TED Talk Hamburg:

Zum Thema „Arbeiten im Paradies“

Dass man bei 35 Grad am Strand gut mit seinem Laptop arbeiten kann, halte ich für ein Gerücht, um es Milde auszudrücken. Doch genau das wird von vielen Travellern im Netz verbreitet. Solche Bilder passen zu den Assoziationen bei sonnigen Ländern eben besser, als die Wahrheit: Am Strand in der Sonne über mehrere Stunden arbeiten ist ziemlich anstrengend für den Kopf und daher ungeeignet, wenn mann effektiv zum Ziel kommen will.

Ich für meinen Teil brauche einen vernünftigen Schreibtisch im Schatten und einen Kopfhörer, mit dem man sich abschotten kann. Ein vollständiges Arbeitszimmer ist natürlich noch besser, aber keine Bedignung.

In den meisten Fällen dürfte das bei den meisten digitalen Nomaden wie auf dem folgenden Bild ausschauen, fotografiert im KoHub in Thailand. Zu sehen ist der Arbeitsplatz vieler sog. digitaler Nomaden, die Ihren Jobs nachgehen:

Workstations von digitalen Nomaden im KoHub, Thailand. Quelle: kohub.org
Workstations von digitalen Nomaden im KoHub, Thailand. Quelle: kohub.org

Selbstständigkeit

Sicherlich eine der größten Hürden. Geht meiner Meinung nach nur mit zuvor erarbeiteten Referenzen / Aufträgen, die man mitnimmt. Die stete Bereitschaft, für ein Meeting auch kurzfristig persönlich anwesend sein zu können, sollte vorhanden sein. Und dafür brauch es ein gutes Polster und langfristig laufende bzw. regelmäßig eintreffende Aufträge.

Es gibt im Netz diverse Angebote, Turbo Seminare, die einem auf dem Weg zur 4 Stunden Woche für ein ordentliches Kleingeld Seminare, Kurse und Newsletter verkaufen.

Mir persönlich wäre hier die Zeit und das Geld zu schade in das drumherum anstatt in das Wesentliche zu investieren : In die eigene Geschäftsidee bzw. das Etablieren von langfristigen und stabilen Geschäftsbeziehungen. In Kunden die genau wissen, dass sie sich auf den Dienstleister verlassen können, unabhängig davon, wo er sich gerade auf der Welt befindet.

Ist ausnutzen von Lohnunterschieden nicht moralisch verwerflich?

Im Gegenteil: Gibt man dort Geld aus, fördert das die lokale Wirtschaft. Solange man keinem Einheimischen die Arbeit weg nimmt, was in den allerwenigsten Fällen zutrifft, ist Geo Arbitrage also moralisch sauber, denke ich.

Man sollte jedoch Bedenken, dass eine zahlungskräftige Kundschaft auch Auswirkungen auf die lokalen Preise nimmt. Dies ist sicherlich ein wunder Punkt, auch wenn sich dies in einer hochgradig kompetitiven Wirtschaft wie etwa in Thailand nur äußerst langsam entwickelt:

Die Preise sind einerseits recht stabil und steigen nur sehr langsam, andererseits steigt der dortige Lebensstandard ebenso und gar verhältnismäßig stärker.

Unter diesem Licht erscheint es doch nur logisch, sich als langfristig Reisender eben nicht wie ein Urlauber zu verhalten. Das kommt ganz nebenbei auch dem Geldbeutel zu Gute. Im Idealfall gliedert man sich daher schnell in die lokale Lebensweise und dem dort üblichen Preisbewusstsein ein.

FAZIT

Geo Arbitrage scheint die Option für all jene zu sein, die gerne viel unterwegs sind und gerne arbeiten. Der Job muss einem liegen, die Motivation muss stimmen. Hinzu kommt viel Organisation und das Schaffen der Voraussetzungen, die sicherlich keinen kleinen initialen Zeitaufwand darstellen. Im Idealfall geht es einher mit Respekt vor lokalen Gegebenheiten. Manche nutzen es gar zur Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit.

Die Frage ist natürlich, wie lange und nachhaltig man solch ein Leben führen möchte. 1 Jahr, 3 oder mehr Jahre? Geht es mir darum, fremde Länder zu erkunden oder um ein mildes Klima? Bin ich ein Nomade oder einfach gerne in Ländern mit Salz in der Luft?

Die jeweilige Ausrichtung und der damit einhergehende Lebensstil kann sich also grundlegend unterscheiden.

Wie ist deine Meinung zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten und Geo Arbitrage?

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Zum Autor: Backpacker79

My name is Daniel and my journey starts in Munich, Germany. I created this blog primarily to share my passion for slow travel. I am going to document my experiences with the places I visit and the people I meet through my pictures.

test

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2 Kommentare auf "Geo Arbitrage – Mit Reisen Geld sparen"

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[…] Zeichen für die hier sehr ausgeprägte Gastfreundschaft. Es ist auch ein erneuter Beweis, dass GEO Arbitrage selbst in einem Hochlohnland wie den USA funktionieren kann – etwas Glück und […]

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[…] – in vielen Ländern weitaus geringer sind. Mehr Input zu diesem Thema hab ich im Artikel GEO Arbitrage rund um die sich daraus ergebenden Möglichkeiten […]

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