Das Christentum in den USA ⋆ Erfahrungsbericht ⋆ Backpacker79
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Das Christentum in den USA

Vor kurzem habe ich einen Beitrag von meiner zweiten Radl-Tour in den USA veröffentlicht: Von Bradenton nach Sarasota. Was in dem Beitrag keine Erwähnung fand, war der Kontakt zu einer christlichen Gemeinde in Sarasota. Ich übernachtete im Haus des Pastors und nahm am Sonntag an deren Gottesdienst teil. Ein insgesamt äußerst positive Erfahrung.

Das Christentum in den USA

Faith Church in Sarasota

Schaut man sich den Stand der Kirche in Deutschland an, so sieht man vor allem eines: Sinkende Mitgliedszahlen. Wofür es sicherlich gute Gründe gibt.

Etwa eine inzwischen sehr lange Liste an Priestern und christlichen Einrichtungen, die sich systematisch an Kindern vergehen. Oder ein Bischof, der es sich auf Kosten der Gemeinde so richtig gut gehen lässt und im Luxus lebt. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Abgesehen von diesen kriminellen Machenschaften, scheinen sich die christlichen Kirchen auch in anderen Bereichen immer weiter vom Alltag der Menschen zu entfernen. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung – sowohl in der Kindheit wie auch in der Jugend, konnte mir die katholische Kirche keine Antworten auf meine Fragen oder Probleme geben.

Pfarrer waren für mich stets ein Symbol der kirchlichen Macht, meilenweit vom Status einer Bezugsperson entfernt.

Pastor John von der Faith Church

Es ist also kein Wunder, dass ich dementsprechend skeptisch war, als ich in Sarasota bei meiner mit Airbnb gebuchten Übernachtungsmöglichkeit mit dem Fahrrad ankam und erfuhr, dass ich im Haus einer Pastorenfamilie übernachten werde.

Als ich ihn auf den zunehmend schwächer werdenden Status des Christentums in Deutschland bzw. Europa ansprach, meinte er:

„In Europa sind die Kirchen riesig und deren Mauern stark, der Glaube in den Herzen der Menschen hingegen ist sehr schwach“

pastor john at worship in faith church sarasota

Er schilderte mir außerdem, dass die Kirchen hier im Leben der Menschen einen echten Faktor darstellen und im Alltag eingebettet sind. Das läge wohl in erster Linie daran, dass sie einerseits von den Menschen Ernst genommen werden und sich im Gegenzug auch mit den alltäglichen Problemen der Menschen auseinandersetzen.

Gottesdienst in der Faith Church

Diesen Eindruck hatte auch ich, am nächsten Tag beim Gottesdienst in der Faith Church. Neben Pastor John hielten mehrere Mitglieder eine Rede zu den Erfahrungen aus der vergangenen Woche. Oft ging es dabei um die Aussagen in der Bibel sowie deren Einsetzbarkeit im Alltag der Menschen.

Die Kirche verfügt auch über eine eigene Band mit Schlagzeug, Violine, Gitarre, Bass und mehrere Stimmen. Sie spielte technisch echt gut und vor allem leidenschaftlich, die Teilnehmer des Gottesdienstes hoben mehrfach ergriffen die Hände uns sangen laut mit.

faith church sarasota worship

Das für mich interessanteste: Alle Teilnehmer machten den Eindruck, als seien sie aus voller Überzeugung anwesend. Auch in den Gesprächen nach dem Gottesdienst, bei Kaffee und Kuchen, merkte man dass die Veranstaltung für jung und alt kein notwendiges Übel darstellt – sondern eine Quelle der Kraft und ein Ort des Austauschs mit der Gemeinschaft.

Spätestens an diesem Punkt fragte ich mich:

Wie schaut es in den USA überhaupt aus mit der Verteilung der Religionen? Dazu habe ich eine Grafik bei Statista gefunden, die doch sehr klare Verhältnisse zeigt:

Statistik: USA: Religionszugehörigkeit in den Jahren 2007 und 2014 | Statista

FAZIT

Das Christentum habe ich in den USA als eine lebendige Religion erlebt.

Sie wirkt dort auch durch viele kleine, größtenteils evangelisch orientiert Kirchen, die man als festen Bestandteil des Alltags vieler Amerikaner bezeichnen kann. Auch wenn dieser Bestandteil in jüngerer Zeit leicht rückläufig zu sein scheint (siehe obiger Vergleich von 2007 zu 2014), stellen die gläubigen Christen immer noch einen Anteil von 75% an der Gesamtbevölkerung.

Eine im Vergleich zu Deutschland enorm hohe Zahl. Doch auch die Intensität des Glaubens ist stärker ausgeprägt. Zumindest ist das die mein rein subjektiver Eindruck.

Für mich steht fest: Wer amerikanische Kultur verstehen und erleben will, sollte – unabhängig von seiner eigenen religiösen Überzeugung – definitiv mal an einem Gottesdienst teilgenommen haben und mit den Leuten vor Ort ins Gespräch kommen.

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