DAS STEINERNE MEER - 3 Tagestour im Berchtesgadener Land - Backpacker79 BLOG
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Das Steinerne Meer

Eine 3 Tages Tour durch das Steinerne Meer in den Berchtesgadener Alpen

Das Steinerne Meer

Rund 2 Stunden südöstlich von München fängt es an, das echte Heidi Land. Saftige Wiesen auf schnuckligen Almen, majestätische Gebirgsketten, kristallklare Bäche und Seen – willkommen in den Alpen. Neben einer einzigartigen Tierwelt bieten die Alpen eine Landschaft, die man einmal gesehen wohl niemehr vergessen wird.

Mitte September wurde es höchste Zeit für ein letztes Wochenende in der Natur mit Sonne und Temperaturen über 15 Grad, bevor der kalte Herbst einzieht. Das Ziel: Das Steinerne Meer in den Nordalpen. Ein auf 2000 Meter Höhe liegendes Fels-Plateau mit einer ganz eigenen, über viele Kilometer gestreckten Wellenform. Daher der Name, und der ist auch Programm. Dazu mehr im Verlauf dieses Berichts.

Peter Wiechenthaler Hütte in den österreichischen Alpen auf dem Grat des Kienalkopf (Das Steinerne Meer)

Zur Lage: Das Steinerne Meer liegt im Süden des bayerischen Nationalparks Berchtesgadener Land. Der Ausgangspunkt für die folgende Tour liegt beim österreichischen Saalfelden.

Tag 1: Peter Wiechenthaler Hütte

Das erste Ziel der Tour war die Peter Wiechenthaler Hütte, ein echtes Schmuckstück, wie man am Titelbild dieses Beitrags erahnen kann.

Ein idealer Startpunkt für den Aufstieg an einem Freitag ist der Parkplatz Bachwinkl 42 bei Saalfelden. Von hier aus sind es rund 3 Stunden bis zur Hütte, gut konditionierte Bergsteiger packen die erste Route mit knapp 800 Höhenmeter aber sicher auch unter 3 Stunden. Der Weg geht fast ausschließlich durch den Wald, ab und an kann man sich ein Bild machen vom hinter der Wiechenthaler liegenden Bergmassiv samt „Wegscheide“, das den Übergang zum Hochplateau des Steinernen Meers ermöglicht.

Mit der Wegscheide im Rücken, führt das letzte Stück auf eine Höhe von rund 1700 Meter zur Hütte.

Die Peter Wiechenthaler Hütte wird unter der Schutzkategorie 1 geführt und bietet bis zu 65 Schlafplätze im Bett- und Matratzenlager. Eine Dusche ist im Waschraum vorhanden, allerdings nur mit kaltem Wasser. Je nach Jahreszeit ein äußerst erfrischendes Erlebnis, dass dem Kreislauf nach einem mehrstündigen Aufstieg den letzten Schliff gibt.

Die Hütte liegt auf dem Rücken des Kienalkopf, dessen Gipfel direkt neben der Hütte emporragt. Wer noch Reserven hat, kann den Gipfel mit oder ohne Klettersteigset angehen.

Bei schönem Wetter bietet sich vor der Dusche aber erstmal die Terrasse an, zum niederzulassen und um den fantastischen Ausblick ins Tal zu genießen. Dabei lässt sich ein isotonisches Weißbier vom Fass – oder auch ein schmackhaftes Saftschorle genießen. Die Küche hat dann bis 19:30 Uhr geöffnet, geboten wird herzhaftes und süßes, eingedenk der Lage zu moderaten Preisen.

Die Übernachtung im Matratzenlager kostet für DAV Mitglieder 10 Euro, für alle anderen 22 Euro. Mitzubringen sind in jedem Fall ein eigener Schlafsack, wobei die Räume natürlich beheizt sind. Es gibt ein Frühstück am Tisch, was unsere Gruppe in einstimmig in Anspruch nahm, denn der zweite Tag lief, randvoll mit Optionen hinsichtlich Routen, Gipfel und einer Menge Höhenmeter.

Tag 2: Riemannhaus

Das Matratzenlager bzw. unsere Gruppe erwies sich als 100% schnarchfrei, somit ging es am Samstag ausgeschlafen und frisch gestärkt über die Wegscheid auf dem Weg zum Riemannhaus.

Spätestens nach dem überqueren der Wegscheide wurde mir dann klar, wieso man die Region „Das Steinerne Meer“ nennt.

Durch das Steinerne Meer

In der Tat schaut das mächtig ausladende Hochplateau aus wie ein trocken gelegter Meeresboden. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr: Die Gestalt der alpinen, baumlosen Landschaft wurde durch die enormen Wassermassen der Eiszeit Gletscher geformt. Viele kleine und große Felsen laden hier zum Rasten oder gar für eine Brotzeit ein, während dem man die einmalige Landschaft auf sich wirken lassen kann.

Das Riemannhaus erweis sich als eine ganz andere Hausnummer als die Wiechenthaler Hütte. Über 100 Schlafplätze, 170 Sitzplätze, Großküche, zwei Terrassen. Auch wenn es Anbetracht der 2177 Höhenmeter als eine besondere Leistung angesehen werden muss, mit eigener Energieerzeugung einem solch große Publikum die Annehmlichkeiten von Zivilisation zu bieten: Besonders viel Charme strahlt das Haus nicht aus. Dafür ist hier einfach zu viel los und viele Dinge sind nicht mit Liebe zum Detail, sondern auf Basis von Nutzen und einem hohen Durchsatz an Gästen umgesetzt.

Tag 3: Schönfeldspitze & Abstieg nach Maria Alm

Am Sonntag zeigte sich das Wetter morgens sehr freundlich, also stand der Rundweg zur Schönfeldspitze als abschließender Gipfel auf dem Programm. Mit 2.650 Meter ein etwas größeres Kaliber, auch ist der Weg dorthin eher für Bergsteiger als für Wanderer geeignet. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Pflicht.

Belohnt wird man auf dem „Rundweg“ dafür reichlich, es ist schwer sich an der imposanten Landschaft oder den Gipfeln am Horizont satt zu sehen.

Auf dieser Höhe ist das Wetter schwer einzuschätzen, innerhalb von 30 Minuten kann sich ein sonnenbestrahlter Gipfel zu einem mit Nebel und Sprühregen überzogenen Ort verwandeln. In unserem Fall war das Wetter extrem wechselhaft zwischen Sprühregen, blauem Himmel und Nebel, weswegen unsere Gruppe bei der Wurmkopfspitze (2451m) beschloss, vorzeitig den Abstieg ins Tal anzupacken.

Der Abstieg erfolgte durch die Ramseider Scharte. Die dabei links und rechts hochragenden Felsen erinnerten mich stark an Szenen aus „Der Herr der Ringe“ und den Drehort „Helms Klamm„. Ein selbst bei Nieselregen atemberaubender Anblick und der perfekte Abschluss einer äußerst empfehlenswerten Tour.

FAZIT

Eine Hüttentour durch das Steinerne Meer ist in den Sommermonaten nicht nur für geübte Bergsteiger machbar. Die einfachen wie schweren Routen und Rundwege lassen sich sehr gut miteinander kombinieren, so dass auch für Anfänger etwas dabei ist. Die Skalierbarkeit setzt sich bei der Auswahl der Hütten zur mittäglichen Einkehr oder zur Übernachtung fort – vom durchorganisierten Riemannhaus bishin zur eher gemütlichen Peter Wiechenthaler Hütte ist für viele Geschmäcker etwas dabei.

Unterschätzen sollte man das Steinerne Meer aber trotzdem nicht: Man befindet sich in alpinem Gebiet in einer Höhe von 2000 Meter aufwärts, viele Gipfel verlangen nach Schwindelfreiheit. Damit man sich nicht verschätzt mit seiner Tour und dem damit einhergehenden körperlichen Anspruch, ist eine rechtzeitige Planung absolute Pflicht. Neben guter Ausrüstung und einer durchdachten Route sollte man vor allem die Hütten rechtzeitig buchen, am besten 2 Monate vorab.

Viele Infos und ein guter Einstieg zur Planung bietet die Infobroschüre des DAV: Von Hütte zu Hütte – Das Steiner Meer

Wer sich nun fragt, was einem solch eine Tour außer Schweiß und Muskelkater wohl einbringen mag, sollte hier weiterlesen:

Schau der Natur ins Auge

Schau der Natur ins Auge - Bär

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