Washington DC ⋆ 5 Tipps für authentische Eindrücke ohne Stress
18204
post-template-default,single,single-post,postid-18204,single-format-standard,et_monarch,qode-quick-links-1.0,et_bloom,ajax_fade,page_not_loaded,, vertical_menu_transparency vertical_menu_transparency_on,vss_responsive_adv,footer_responsive_adv,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-11.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.1.1,vc_responsive

5 Tipps für ein entspanntes und authentisches WASHINGTON DC

Washington D.C. ist weltbekannt für seine monumentalen Gebäude und Denkmäler der amerikanischen Geschichte, Kultur und Politik. Bei meinem letzten Aufenthalt habe ich 5 Tipps gesammelt, womit diese eindrucksvolle Stadt auch als Touri entspannt und authentisch erlebt werden kann.

5 Tipps für ein entspanntes und authentisches WASHINGTON DC

washington dc national mall sunset view to lincoln from monument

1. Kauf dir eine SmartCard für die Metro

Die Metro = U-Bahn killt Entfernungen in Washington in null komma nichts, daher ist es eigentlich egal wo du in DC übernachtest, du wirst sie mit Sicherheit mehrfach täglich benutzen.

Erster Rat: Kauf dir noch vor der ersten Fahrt eine SmartCard. Damit sparst du bei jeder Fahrt 1 Dollar, im Vergleich zum regulären Preis.

Zweiter Rat: Verzichte auf die ganzen mobilen Apps für die Metro, die taugen nicht viel und kosten Nerven. Nutze Google Maps, damit wird die Fortbewegung zum Kinderspiel: Nach Eingabe des Ziels werden Fußweg zur nächsten Station, Linienfarbe, Richtung und alle Stationen angezeigt.

Umgehauen hat mich die Architektur der U-Bahn: Weit ausladende, symetrische Formen, großzügige Nutzung des Rohmaterials Beton. „Schön“ ist sicher der falsche Ausdruck, als eindrucksvoll kann man die im Stil des Brutalismus erbauten Gewölbe aber wohl in jedem Fall bezeichnen:

2. Nimm dir mindestens 3 Tage für das Zentrum

Ohne vorherige Recherche könnte man davon ausgehen, dass es in Washington nur einige wenige bekannte Gebäude gibt, die man bei einem Aufenthalt besichtigen sollte: Das Weiße Haus, Monument, Kapitol. Diese Bauten kann man in der Tat mit einem Tagesmarsch abspulen, wenn es unbedingt sein muss. Doch damit verpasst man so einiges.

Denn Washington hat noch soviel mehr zu bieten.

Werfen wir einen Blick auf die Karte, zu Beginn einer Tour immer eine gute Idee. Der interessierte Leser merkt schnell: Der horizontal verlaufende Grünstreifen scheint wichtig zu sein. Das ist die National Mall und hier befinden sich fast alle klassischen Sehenswürdigkeiten Washingtons.

Was also gibt es hier zu sehen? Die Wahrzeichen von Thomas Jefferson, Martin Luther King und Abraham Lincoln, sowie die Monumente zum Korea und Vietnam Krieg sind allesamt sehr sehenswert. Das wohl eindrucksvollste ist das Monument zum zweiten Weltkrieg.

All das sind Orte, an denen man das amerikanische Selbstverständnis, einschließlich des sehr stark ausgeprägten Patriotismus förmlich spüren kann. Man muss diesen nicht unbedingt mögen. Aber man kann versuchen ihn zu verstehen. Dazu gibt es hier reichlich Gelegenheit – wenn man sich die Zeit nehmen will.

Wer mehr als 3 Tage Zeit hat startet ein Stück westlich der National Mall, am Nationalfriedhof Arlington, in dem es neben einigen eindrucksvollen Gebäuden im ionischen Stil auch das Grab und die ewige Flamme von John F. Kennedy zu besichtigen gibt.

Und natürlich bietet Washington über ein Dutzend Museen des Smithonian Instituts. Die amerikanisch-indianische Geschichte, der US Bürgerkrieg, Naturkunde, Technik, Kunst – hier ist für wirklich jeden Geschmack etwas dabei.

Tip: Nimm dir 2 Stunden für das National Archiv. Hier gibt es neben der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und vieler aufwändig gemachten Installationen samt historischer Dokumente auch die Magna Carta zu besichtigen. Der Eintritt ist wie fast überall in Washington kostenlos.

3. Ziehe Laufschuhe an oder miete dir ein Zweirad

Die Metro ist schnell, aber wenn du von Washington tatsächlich etwas sehen willst, wirst du sehr viel zu Fuß unterwegs sein. Auf der Karte schaut die National Mall wie ein kompakter, überschaubarer Platz aus. Das täuscht jedoch. Die Entfernungen sind mächtig und 20 km sind ruck zuck erlaufen, selbst wenn man eng im Zentrum bleibt. Mein Rat, den ich im übrigen für nahezu alle betonierten Großsstädte dieser Welt gebe:

Zieh dir richtig gute und bequeme Laufschuhe an. Du wirst dankbar sein dafür.

Sollten dir trotzdem die Füße weh tun, gibt es in Washington gleich zwei Alternativen. Rund um die National Mall kann man sich bei Capital Bikes ein Fahrrad mieten, womit sich rund um die National Mall enorm viel Zeit sparen lässt. Die Stylomaten gehen noch ein Stück weiter und mieten sich einen sog. Segway-Roller. Bezahlt wird beides vor Ort mit Kreditkarte.

4. Komme mit einem Washingtoner ins Gespräch!

Reiseführer und Blogs sind toll, um allgemeines Wissen zu tanken über eine Stadt. Ganz andere Dinge erfährst du hingegen von den Einheimischen. Daher gebe ich diesen Ratschlag eigentlich für jede Stadt. Vielleicht ist er in Washington durch die „cleane“ Umgebung noch viel angebrachter als sonst.

Wie? Zu was? Und wo?

Die Amerikaner sind in der Regel recht aufgeschlossen für Small Talk auf offener Straße. Ich hatte z. B. ein nettes Gespräch im Shaw Viertel auf dem Weg zur U Street Der Einstieg zum Gespräch mit einem Einwohner war die riesige Zuckerrübe mit Flossen und Tentakeln, montiert auf einem Auto.

Daraufhin erfuhr ich nicht nur einiges zu seiner Teilnahme an der Fishy Tour, bei der es um die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmittel ging. Das Gespräch entwickelte sich auch hinsichtlich des Shaw Viertels sehr informativ, dazu mehr in Punkt 5.

fishyfood label gmo food fishy sugar beet

Letztendlich ging das Gespräch eine knappe halbe Stunde, dass wir auf dem Treppchen vor seiner Haustür sitzend bei einem kalten Glas Limo führten.

Kurzum: Authentische Begegnungen und Gespräche mit Einwohnern, vor allem der dabei spürbare Flair und deren Lebensgefühl sind nicht käuflich und auch in keinem Reiseführer enthalten – so etwas muss man sich vor Ort buchstäblich „er-reisen“.

Mit etwas Glück entstehen dabei langfristige Kontakte, mit denen man vor Ort noch mehr erleben kann, als „nur“ Limo trinken und Small Talk führen.

5. Erkunde ein Viertel abseits des Zentrums

Am Anfang dieses Artikels habe ich deutlich gemacht, dass Washington DC mehr als 3 sehenswerte Gebäude zu bieten hat und dass man mindestens 3 Tage dafür einplanen sollte.

Die Frage ist jedoch, wie viel „offizielle“ Sehenswürdigkeiten mit der gelebten Realität einer Stadt zu tun haben.

Monumentale Bauten und Denkmäler sind ein Endprodukt von langfristigen Entwicklungen in der Gesellschaft. Diese Entwicklungen finden nicht auf öffentlichen Plätzen statt, sondern dort, wo die Menschen einer Stadt tatsächlich leben und langfristig wirken.

Damit meine ich nicht die Washington Downtown. Es sei denn du stehst auf Wolkenkratzer, teure Shopping Erlebnisse und kurzlebig hippe Bars.

Damit meine ich auch nicht Washington Chinatown. Auch wenn ich dort im „China Express“ die für mich mit Abstand beste Nudelsuppe außerhalb Asiens kosten durfte. Was wohl daran lag, dass die Nudeln frisch von Hand zubereitet werden, bevor sie zusammen mit der Ente in den Topf kommen.

washington dc chinatown express fresh made noodles
washington dc chinatown express best noudle soup with duck

Zurück zum Thema:

Ich meine damit z. B. ein Stadtviertel wie das bereits in Punkt 4 erwähnte Shaw.

Vormals gegründet als Siedlung von befreiten Sklaven, später benannt nach dem Kommandeur der ersten rein afro-amerikanischen Infanterie Einheit des US Militärs. Bis in die 1920er Jahre und dem Aufstieg Harlems war Shaw das größte städtische Zentrum von Afro-Amerikanern.

Bedeutend blieb es jedoch weiterhin, worauf es nach der Ermordung von Martin Luther King im Jahr 1968 zum Zentrum des Protests und der Rassen Unruhen in Washington wurde. In den Folgejahren versumpfte das Stadtviertel in Kleinkriminalität und Drogenhandel.

Die viktorianische Architektur, die zentrale Lage und Nähe zum Regierunsgviertel sowie Erfolge im Kampf gegen die Kriminalität haben dem Viertel in jüngster Zeit einen deutlichen Aufschwung beschert.

Das „Sahnehäubchen“ von Shaw sind aber nicht die Wohnhäuser, sondern das ist der U-Street Korridor. Insbesondere am späten Abend tobt hier das Leben mit Gallerien, Shops, Bars, Street Art, Music Clubs, Cafes und dem wohl bekanntesten Restaurant in Washington: Bens Chilli Bowl.

Hier gibt es seit 1956 das beste Chilli der Stadt, zu den Gästen gehören Prominente wie Barrack Obama oder Bill Cosby. Oft steht man in der Schlange…

_50th-Anniversary_Roy-Lewis-2_1200px

 

Leider war kurz nach meiner Ankunft in der U Street ein heftiger Platzregen angesagt und meine Zeit in Washington war auch so gut wie abgelaufen. Daher gibt es dazu leider keine Bilder. Der kurze Eindruck war jedoch ausgesprochen positiv – weswegen ich die U Street jedem empfehlen möchte, der genug Zeit mitbringt.

Ein günstiges Zimmer in Washington DC? Ja, das gibt es.

Eine für amerikanische und erst recht für Washingtoner Verhältnisse günstige Übernachtungsmöglichkeit bietet das Backpacker Hostel Duo Housing. Ab 30 $ geht es los, Dachterrasse, Küche, Internet und Kontakt zu mehreren Dutzend Nationalitäten inklusive. Hier geht es zur Website von Duo Housing DC.

FAZIT

Washington D.C. hat mich unerwartet und nachhaltig gepackt. Zu Beginn mit äußerst eindrucksvollen Denkmälern und einer einzigartigen Architektur, die äußerst imposant wirkt. Im Gegensatz zur Meinung vieler Stimmen im Netz empfand ich Washington keinesfalls als eine langweilige Regierungsstadt.

Im Gegenteil: Wer sich die Zeit nimmt, abseits der Touristenpfade auf Entdeckung zu gehen und sich mit der Geschichte der einzelnen Stadtviertel auseinandersetzt, wird nach einigen Tagen in der Stadt überrascht sein, welche Vielfalt hier herrscht und was es alles zu entdecken gibt.

0 Kommentare

Dein Kommentar?

Pin It on Pinterest

Teilen