Sleeping Bear Dunes - Natur pur ⋆ Backpacker79
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Sleeping Bear Dunes – Natur pur

Reif für die Natur! Am letzten Wochenende unternahm ich einen Ausflug zu den Sleeping Bear Dunes. Hier erfahrt ihr, was man dort in 3 Tagen alles erleben kann und was am Slogan "schönster Platz Amerikas" tatsächlich dran ist.

Sleeping Bear Dunes – Natur pur

Lake Michigan beach at the coastline of Sleeping Bear National Lakeshore with crystal clear water and fine sand

Bevor wir damit starten, klären wir aber erstmal:

Was zum Geier sind die Sleeping Bear Dunes?

Dabie handelt es sich um ein knapp 300 km² großes Naturschutzgebiet im Norden des US-Bundestaats Michigan. Der seltsame Name klingt auf Deutsch noch seltsamer – „Die schlafenden Bärendünen“. Der Name stammt von den Ur-Einwohnern Nordamerikas, dem Indianervolk Anishinabe. Gemeint ist damit das Erscheinungsbild der Küstenlinie.

Die Indianer nutzten die weitläufigen Sanddünen als Orientierungspunkt, um mit ihren Kanus sicher durch die wilde See der Manitou Passage navigieren zu können. Auf der Karte ist diese Passage nördlich von Glen Arbor zu erkennen:

In der populären Sendung „Good Morning America“ wurden die Sleeping Bear Dunes unter 100.000 Stimmen auf Platz 1 der „schönsten Plätze Amerikas“ gewählt.

Was also lässt sich hier in 3 Tagen alles unternehmen und erleben? Fangen wir an mit einem Klassiker, dem Wandern:

TAG 1 – Wandern

Das Gebiet bietet offiziell 13 kurze bis mittellange Wanderwege. Absolute Pflicht und ein guter Einstieg ist meiner Meinung nach der Dune Climb, der einen über eine mächtige Dünenlandschaft bis hin zum Lake Michigan führt. Idealerweise startet man die Tour zur Sommerzeit am späten Nachmittag, so lässt sich der Sonnenuntergang am See genießen.

Wer die Dünen satt hat und lieber im kühlen Wald unterwegs ist, dem empfehle ich den Pyramid Point Trail. Wer diesen mit offenen Augen begeht wird schnelle erleben, wie voller Leben die Natur in dieser Umgebung noch ist. Eichhörnchen, Bussarde, Chipmunks (=Backenhörnchen), Schmetterlinge, sogar ein wildes Reh sind mir innerhalb weniger Stunden begegnet.

Eine feine Sache und vorbildlich gelöst finde ich die an fast jedem Trail-Startpunkt ausgelegten Karten. Wer lieber auf Nummer sicher gehen will: Auf der Website des US National Park Service gibt es die Karten aller Trails des Sleeping Bear Dunes als PDF. Und natürlich bleibt im Notfall immer noch Google Maps, das inzwischen auch brauchbare Offline-Navigation anbietet.

Zum Schwierigkeitsgrad: Auch wenn es manchmal gut zur Sache geht, sind alle Routen auch für halbwegs sportliche Menschen definitiv machbar. Für fortgeschrittene und sehr sportliche Wanderer bietet es sich hingegen an, mehrere Wege pro Tag zu kombinieren. Oder man verlässt die vorgegebenen Pfade und setzt seinen Marsch an der Küste fort, denn dort gibt es…

TAG 2 – Traumhafte Strände

Der Lake Michigan ist der drittgrößte Süßwassersee der Erde, somit sind auch seine Ufer von einem ganz anderen Kaliber wie bei einem gewöhnlichen See.

Es gibt an den Küsten der Sleeping Bear Dunes zahlreiche Strände, die eher an die Karibik erinnern als an einen Süßwassersee. Überhaupt nicht karibisch sind die Wassertemperaturen, die liegen bei rund 10°, das baden ist also eine äußerst erfrischende Angelegenheit =)

Das folgende Video ist im Anschluss an den bereits empfohlenen Pyramid Point entstanden. Wer an den See will, muss jedoch den „Advanced Trail“ auf sich nehmen. Dort geht es dann zur Sache was die Höhenmeter angeht, ein steiler Pfad führt zu einem Ausblick, von dort aus kommt man querfeldein an den Lake Michigan.

Diese Aktion garantiert definitiv eine ordentliche Ladung Sand in den Schuhen für den Rest des Tages. Doch wen juckt das schon bei solch einer Belohnung am Ziel?

Was ich im Video versuche zu demonstrieren, ist die Beschaffenheit der Steine – die offensichtlich keine sind. Die komplette Küstenlinie inkl. der Berge besteht aus reinem Sand. Über die letzten 2000 Jahre wurde dieser durch die Sonne steinhart gebacken und immer wieder durch Regen sowie dem hier eiskalten Winter verdichtet.

Natürlich gibt es noch viele weitere Strände, die auch mit weniger Aufwand stressfrei erreichbar sind.

Schmerzen euch die Füße auch schon ordentlich? Ich hatte an diesem Punkt jedenfalls die Nase voll vom Sand. Wem das nun ebenso geht, sollte die Schuhe jetzt gegen ein Paddel tauschen:

TAG 3 – Kayak fahren auf dem Crystal River

Der Name ist Programm, der Crystal River ist ein Strom mit kristallklarem Wasser. Das Wort „River“ täuscht hingegen, zumindest im Juni. Das Wasser ist nicht sehr tief, die Flussgeschwindigkeit ist äußerst moderat.

Ein Kayak kann man sich z. B. bei den Crystal River Outfitters in Glen Arbor mieten. Dort gibt es einwandfreie Beratung zur Strecke, auch die Fahrt zum Ausgangspunkt mit samt Kayak war top organisiert.

Im Gegensatz zur Vorgabe von 3 Stunden wurde mir das Kayak den kompletten Tag überlassen, so dass ich den Crystal River ohne jeglichen Zeitdruck auf eigene Faust erkunden konnte.

Die Punkte 1-3 sollten definitiv reichen, um fantastische 3 Tage in den Sleeping Bear Dunes zu erleben. Natürlich kann man die Aktivitäten auch gut an verschiedenen Tagen kombinieren, dann entsteht eine höhere Abwechslung.

Außerdem kann ich folgendes empfehlen:

BONUS – Zivilisation, Geschichte oder Sport

Etwas weiter südlich im Statepark befindet sich Empire, eine ehemalige Holzfäller-Siedlung, hier gibt es einige nette Läden, eine Eisdiele und einen hervorragenden Badestrand, sowie die Zufahrt zu einem Trail mit nettem Ausblick über den Lake Michigan.

Auf jeden Fall sehenswert ist auch Glen Haven, ein winziges, historisches Dorf. Hier gibt es ein kleines Museum, dass die lokale Fischereigeschichte zeigt, sowie einen traumhaften Badestrand.

Mein Geheimtipp: In Glen Haven unbedingt dem Schmied einen Besuch abstatten. Er demonstriert einem im Originalgebäude von damals (Blacksmith Workshop), wie ein Schmied früher gearbeitet hat und auf was es dabei ankommt. Das Gebäude ist übrigens Baujahr 1850, konstruiert von deutschen Siedlern, die für damalige Verhältnisse eine sehr fortschrittliche Bauweise beherrschten. Ich hatte sogar das Glück, eine Kostprobe seiner Kunst mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Und natürlich bleibt bei freier Zeit immer noch eins: Sport. Die Sleeping Bear Dunes bieten sich hervorragend für Läufer oder Radfahrer an. Durch die vielen sanften Hügel und einem eher frischen anstatt schwülen Klima wird das Training auf Landstraßen und Wanderwegen zu einem Genuss.

Das Wetter sollte man dabei allerdings stets im Auge behalten. Das folgende Video habe ich in Glen Haven aufgenommen und es zeigt recht deutlich, mit was für einer Wolkenfront man es hier zu tun bekommen kann. Der Zeitraum zwischen den Gedanken „hier und da ein Wölkchen am Horizont“ bis hin zu „…bin mir nicht sicher ob das Zelt noch steht morgen“ betrug keine 2 Stunden.

BUDGET

Der wesentliche Budget-Treiber ist hier das Geld für die Übernachtung. Die Sleeping Bear Dunes sind populär und die Preise sind hoch. Unter 70$ geht eigentlich nichts. Etwas günstiger kommen Gruppen weg mit der Miete eines kompletten Hauses, dann kommt man bei Vollbelegung auf etwa 30-50$ / Person.

Ansonsten gibt es hier für wirklich preisbewusste Backpacker eigentlich nur eine Lösung: Camping. Meiner Meinung ist es sowieso die beste Option. Denn ich begebe mich in die Natur, um sie voll und ganz erleben zu können. Dazu gehört abends ein Lagerfeuer und morgens der Sprung in den See oder in den Fluss. Das ist natürlich Geschmackssache. Finanziell hat es sich jedenfalls auch in diesem Fall wieder gelohnt. Verpflegung mit frischen Lebensmitteln, Camping / Übernachtung und alle Aktivitäten machten zusammen unter 100$.

FAZIT

Ist es der schönste Platz in Amerika? Viele mit denen ich hier gesprochen habe, meinen das tatsächlich. Es ist verführerisch solche Behauptungen zu wiederholen, insbesondere wenn man eine schicke Überschrift für einen Blog Artikel benötigt. Doch letztendlich muss man sagen, dass es DEN schönsten Platz nicht geben kann, denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Sicher ist: Das hier ist ein echtes Juwel der Natur. Es ist definitiv nicht unberührt – dazu muss man noch ein gutes Stück weiter in den Norden von Michigan. Dafür bekommt man hier einen perfekten Mix aus Zivilisation und Natur geboten und es ist für alle Altersklassen und für jedes Budget etwas dabei.

Ich fand es erstaunlich, dass die Gegend eingedenk ihrer Popularität und der hohen Eignung für Familien und Gruppen auch Alleinreisenden sehr viel bietet. Das betrifft nicht nur die Fülle an möglichen Aktivitäten, sondern schlicht und einfach der zur Verfügung stehende Platz – dieser ist wie so oft in den USA enorm.

Dadurch ist das Gebiet ideal, um den Kopf frei zu bekommen, den eigenen „Spirit“ wieder aufzuladen und sich neu auf seine persönlichen Ziele zu fokussieren.

Kurzum: Wer im Norden der USA unterwegs ist, sollte sich die Sleeping Bear Dunes keinsefalls entgehen lassen.

 

Zum Autor: Backpacker79

My name is Daniel and my journey starts in Munich, Germany. I created this blog primarily to share my passion for slow travel. I am going to document my experiences with the places I visit and the people I meet through my pictures.

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